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Presse

bluInterview mit Maria Psycho (Auszug)
Ausgabe vom  Dezember 2007

blu: Was für Erfahrungen hast Du bei Wigstöckel gemacht?
Maria Psycho: Nur positive. Da ich den Einlass gemacht habe, stand mir jeder Gast Auge in Auge gegenüber. Das Publikum fand ich toll, es waren alle möglichen und unmöglichen Geschlechter vertreten, was ’nen total offenen und friedlichen Space bereitet hat. Der Backstage war harmonisch und respektvoll. Tolle Leute, nicht die übliche Stutenbissigkeit.


Berliner Zeitung (Logo)Lesbe mit Bart traf auf Herrn in Kostümchen
Srefanie Hardick  

Ausgabe vom: Dienstag, 04. Oktober 2005 (Nr.: 251)

Wer am Sonnabendabend in die Nähe des SO 36 kam, konnte getrost vergessen, was er je über Bienen und Blumen gelernt hatte. Hier stieg das 10. Wigstöckel Festival, und die fast tausend Feiernden wollten sich nicht festlegen, ob sie Blume oder Biene sind. Tunten, Transen, Drag-Queens und -Kings, Transidenten und ein Dutzend anderer Schattierungen zwischen Männlein und Weiblein tummelten sich bis zum Morgengrauen in dem Kreuzberger Traditionsclub. Beim weltweit größten Transgender-Festival traf die Lesbe mit akkurat geklebtem Bärtchen auf den älteren Herrn im Sekretärinnen-Kostüm. Zu sehen gab es wenig Leder, viel Pailletten, falsche Haare und gewagte High-Heels, die dem Namen Wigstöckel (von englisch wig: Perücke und Stöckel: für Stöckelschuh) alle Ehre machten.

Wie sichtbar Transsexuelle im Alltag sind, machten Biggy van Blond, Fatma Souad und Gérome Castell zum Thema ihrer Bühnenshow. Was würde passieren, wenn Transen die Fernsehsender übernähmen? Das Programm bekäme eine Portion Las Vegas mit einer Prise DDR-Fernsehballett verpasst: viel Gesang, glitzernde Kostümchen, langbeinige Blondinen.

Neben soviel flirrender Eleganz hatten es die Macher vom "Markt der Möglichkeiten" schwer. Sie informierten über Selbsthilfegruppen und steckten fleißig Flyer in jedes Handtäschchen. Wigstöckel war vor zehn Jahren mit dem Ziel gegründet worden, die Gleichstellung der Transsexuellen zu erreichen - angesichts von bis zu 7 000 Betroffenen in Deutschland nicht unwichtig. Nach langen Diskussionen waren die Organisatoren stolz, ein Transgender-Manifest zu veröffentlichen, das von der Forderung eines Verbots von Zwangsoperationen bis zur Einrichtung von Unisex-Toiletten reicht.

Gedanken an solche Probleme wurden spätestens bei der anschließenden Party vertrieben. Die Musik von DJane Inge Borg zauberte sogar dem härtesten Drag-King ein Lächeln unter den Bart.

LINK zum:  Artikel in der Berliner-Zeitung

LINK zur:  Berliner-Zeitung

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Wigstöckel - Transgender united... Was ist das?

In Anlehnung an Woodstock wurde von der New Yorker Tunte Lady Bunny, Mitte der 80er Jahre in New York "Wigstock" gegründet. Ein Benefiz-Event von und für Tunten. Es war die Idee mit einer großen Show und anschließenden Party einmal im Jahr sich selbst feiern und damit Präsens zeigen aber auch Vorurteile und Berührungsängste abbauen und jedem, der gerne mal in Frauenkleidern ausgehen wollte an diesem Tage dazu zu ermutigen.
Im Sommer 1996 brachte Gérôme Castell diese Idee unter dem Namen "Wigstöckel" ("Wig" engl. für "Perücke" und "Stöckel" für weibliche Damenschuhmoden) nach Deutschland. Innerhalb weniger Monate wurde ein großartiges Event auf die Beine gestellt. Gemeinsam mit Chou Chou de Briquette, Candy Claßen, Sr. Gerda van Oosten und einigen Anderen aus der Gruppe TransNett gelang dem basisdemokratischen Plenum die jährliche Ausrichtung dieses Events, welches seine Bedeutung im laufe der Jahre stark ausweitete. Wigstöckel überlebte nicht nur seinen Vorgänger, der im Jahre 2000 eingestellt wurde, sondern erweiterte sich stetig und schuf mit auf dem "Transgenderforum" einen Pool für Information, Kontakt- und Erfahrungsaustausch durch nicht kommerzielle Stände aus dem Bereich der Transgenderarbeit. Neben den Informationsständen und der großen Show wurde bei Wigstöckel auch die "Open Stage" eingeführt, bei der jeder die Möglichkeit hat spontan oder mit Anmeldung während der Party eine Darbietung zu performen.
Leider haben wir jedoch im SO36, wo das Event dieses Jahr stattfindet, leider nicht die Möglichkeit, eine "Open Stage" anzubieten.
Mit den Jahren erweiterte sich also sowohl das Publikum von Wigstöckel, als auch seine Zielgruppe. So ist Wigstöckel heute ein Projekt von und für alle Tunten, Transen, Kings, Travestiten, Transidenten und alle anderen die sich nicht eindeutig über das klassische Mann-/Frau-Schemata identifizieren lassen und/oder lassen wollen und all diejenigen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Durch diese Mischung von Demonstration, Information und Attraktion gelingt es Wigstöckel jedes Jahr aufs neue ein Forum zum Diskutieren, Plaudern und gegenseitigem Austauschen von Erfahrungen zu schaffen und dies in ein außerordentlich freundliches Ambiente zu setzen.
Wigstöckel findet aber auch besinliche Töne und erinnert in diesem Zusammenhang auch immer in einem "Walk of Fame" an die Vorkämpfer der Transgenderszene.
 
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